Ob Resonanzboden oder Lautsprecher das natürlichere Klangerlebnis am Klavier liefert, hängt nicht vom Preis ab, sondern vom Prinzip der Klangausgabe. Moderne Tasteninstrumente erzeugen ihren Ton oft digital, doch sie geben ihn auf zwei sehr verschiedene Arten aus.
Die eine Bauart lässt den hölzernen Resonanzboden des Klaviers selbst schwingen und macht den Klang-Körper zur Klangquelle. Die andere nutzt ein abgestimmtes Mehrkanal-Lautsprecher-System, das den Raumklang eines Konzertflügels nachbildet. Beide Wege klingen gut, aber unterschiedlich, und beide passen zu unterschiedlichen Hörgewohnheiten.

Der Klang-Körper selbst wird zum Lautsprecher
Ideal für: Wer das Schwingen und Mitfühlen eines echten Klaviers will und ein akustisches Instrument behalten möchte.
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Ein abgestimmtes Speaker-System bildet den Flügel-Raumklang nach
Ideal für: Wer einen stimmstabilen, jederzeit regelbaren Konzertflügel-Klang ohne Saiten und Stimmung sucht.
Alle Klaviere - Neu ansehen →01Wie der Resonanzboden zur Klangquelle wird
Bei der Resonanzboden-Technik, wie sie Yamaha im TransAcoustic-System und Kawai im AURES-System nutzt, gibt es keine sichtbaren externen Lautsprecher. Stattdessen sitzt ein sogenannter Transducer am Resonanzboden des Klaviers. Dieser Wandler übersetzt das digitale Tonsignal in feine Schwingungen und regt damit den großen Holzkörper an, genau die Fläche, die bei jedem akustischen Klavier ohnehin den Ton trägt.
Das Ergebnis ist ein Klang, der nicht aus einer Box kommt, sondern aus dem Instrument selbst. Der Resonanzboden schwingt, das Gehäuse vibriert leicht mit, und der Ton breitet sich räumlich aus wie bei einem akustischen Klavier. Wichtig: Beim TransAcoustic-Klavier bleiben die Saiten vorhanden. Man kann es jederzeit als ganz normales akustisches Klavier spielen, die Lautstärke des Digital-Klangs aber stufenlos herunterregeln, bis hin zum reinen Kopfhörer-Spiel.


02Wie ein Mehrkanal-Lautsprecher den Flügel-Raumklang baut
Den entgegengesetzten Weg gehen reine Hybrid-Instrumente ohne Saiten, etwa Yamahas AvantGrand-Reihe. Hier gibt es keinen schwingenden Resonanzboden mehr, sondern ein aufwendiges Lautsprecher-System. Beim AvantGrand N1X arbeitet ein mehrkanaliges Speaker-System mit mehreren Wegen für Bass, Mitten und Höhen zusammen, gespeist aus Aufnahmen, die an mehreren Punkten eines Konzertflügel-Resonanzbodens entstanden sind.
Damit wird nicht ein einzelner Klang abgespielt, sondern ein dreidimensionaler Raumklang aufgebaut: Der Ton kommt aus verschiedenen Richtungen, wie er auch beim echten Flügel von verschiedenen Stellen der Saiten und des Resonanzbodens abstrahlt. Der Vorteil dieses Ansatzes ist Konstanz. Ein saitenloses Hybrid bleibt stimmstabil, ist jederzeit in der Lautstärke regelbar und liefert immer denselben Konzertflügel-Klang, unabhängig von Raum, Witterung oder Stimmung.
03Was klingt natürlicher
Natürlich ist hier kein Urteil, sondern eine Frage der Definition. Der Resonanzboden-Weg klingt natürlich im Sinne von körperlich: Man hört den Ton nicht nur, man spürt das Mitschwingen des Instruments, und der Klang verhält sich im Raum wie bei einem akustischen Klavier. Wer Wert darauf legt, dass das Instrument lebt und atmet, fühlt sich hier zu Hause.
Der Mehrkanal-Lautsprecher-Weg klingt natürlich im Sinne von originalgetreu: Er bildet gezielt den Raumklang eines Spitzen-Konzertflügels nach, mit einer Tiefe und Staffelung, die ein einzelner Klangkörper so nicht erzeugt. Dafür gibt man die akustische Eigenschwingung auf. Eine grobe Faustregel: Wer ein echtes Klavier behalten und nur leise üben will, ist beim Resonanzboden-Transducer richtig. Wer einen wartungsarmen, immer gleichen Flügel-Klang sucht, beim Lautsprecher-Hybrid.
| Merkmal | Resonanzboden-Transducer | Mehrkanal-Lautsprecher |
|---|---|---|
| Beispiele | Yamaha TransAcoustic, Kawai AURES | Yamaha AvantGrand, Kawai Novus |
| Klangquelle | schwingender Resonanzboden | abgestimmtes Speaker-System |
| Saiten vorhanden | ja, bleibt akustisch spielbar | nein, reines Hybrid |
| Klang-Charakter | körperlich, raumfüllend | originalgetreuer Flügel-Raumklang |
| Stimmung nötig | ja, wie ein akustisches Klavier | nein, stimmstabil |
| Lautstärke regelbar | ja, bis Kopfhörer | ja, bis Kopfhörer |
04Ein Sonderfall: das Modeling jenseits der Aufnahme
Neben Aufnahme-basierten Systemen, wie sie Yamaha und Kawai überwiegend einsetzen, gibt es einen zweiten Klang-Ansatz: das Modeling. Hersteller wie Casio mit dem Celviano Grand Hybrid und Roland berechnen den Klang in Echtzeit nach einem physikalischen Modell des Instruments, statt fertige Aufnahmen abzuspielen. Über die Lautsprecher hört man dann nicht eine konservierte Aufnahme, sondern einen jedes Mal frisch erzeugten Ton, der feiner auf Anschlag und Pedalspiel reagiert.
Für die Frage Resonanzboden oder Lautsprecher ändert das nichts am Prinzip: Modeling-Hybride geben ihren Klang ebenfalls über ein Lautsprecher-System aus. Der Unterschied liegt darin, woher der Ton kommt, der den Lautsprecher speist. Wer tiefer in die saitenlosen Hybrid-Instrumente einsteigen will, findet die Bauarten ausführlich in unserem Beitrag zu Hybrid-Pianos.
Resonanzboden oder Lautsprecher ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Hörerlebnis. Der Transducer-Weg hält das Klavier akustisch lebendig und lässt es mitschwingen, der Lautsprecher-Weg liefert konstant den Raumklang eines Konzertflügels ohne Stimmaufwand. Wir liefern beide Welten nach Österreich.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen TransAcoustic und einem Lautsprecher-Hybrid
Braucht ein TransAcoustic-Klavier Lautsprecher
Welcher Ansatz klingt natürlicher
Bleibt ein TransAcoustic-Klavier ein echtes Klavier
Muss ich ein Lautsprecher-Hybrid stimmen lassen
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